News > eSport 29.09.2011 um 16:00 Uhr
ESL: Erneute Änderungen am Spielsystem
Im Dezember letzten Jahres hatte Turtle Entertainment Änderungen am Modus der ESL Pro Series (EPS) angekündigt. Seinerzeit wurde das Spielsystem von einem ähnlich der Fußballbundesliga gestalteten, wo alle gegeneinander antreten, zugunsten eines mit der Champions League vergleichbaren Turniers geändert. Nun ändert sich dies erneut.

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Mit der kommenden Saison partizipieren nur noch zwölf, also vier Teilnehmer weniger an der EPS. Mit diesem Schritt dürfte das bisherige System wieder grundlegend geändert werden. Aktuell besteht eine EPS-Saison aus der zu Beginn stehenden Gruppenphase mit sechzehn Mannschaften á vier Gruppen mit ebenso vielen Teilnehmern. Darauf folgt für die beiden Bestplatzierten einer Gruppe der Playoff-Einzug, die dahinter im Tableau befindlichen müssen sich zunächst untereinander und dann womöglich noch im Kampf gegen aufstrebende Konkurrenz aus der ersten Division der ESL Amateur Series (EAS) beweisen. Eine Gruppenphase mit drei Teilnehmern pro Gruppe scheint undenkbar. Einzig möglich, diese beizubehalten, scheint eine Einteilung in zwei Gruppen, die je sechs Teilnehmer fassen. Wahrscheinlicher dürfte jedoch die Rückkehr zum Bundesliga-System sein.

Parallel wurde sogleich angekündigt, dass man auch die EAS "reformieren" wolle. Allerdings ist Reformieren hier wohl der völlig falsche Terminus, letztendlich ist es gar ein Rückschritt. Nach der Einführung des neuen EPS-Systems zur letzten Saison folgte die Bekanntgabe eines neuen Formats, der Liga-Pokal war geboren. Von den Teams wird dieser allerdings nur bedingt angenommen, augenscheinlich nicht als der Wettbewerb wahrgenommen, den sich die Verantwortlichen im Hause Turtle Entertainment (TE) erwünscht haben dürften. Es gibt kaum Überraschungen hinsichtlich der Spielergebnisse, aber auch keinerlei Anreize seitens des Veranstalters hierzu. Ziemlich exakt dasselbe Bild bietet sich schon seit einiger Zeit in der ersten Division der EAS; gerade im Bereich Counter-Strike 1.6, wo altgediente Akteure ihren oftmals trainingslosen "Vorruhestand" genießen. Auch hier fehlen pekuniäre oder vergleichbare Argumente, um jungen Menschen den Aufstieg in die EPS hierüber schmackhaft zu machen.

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'otacon'
Turtle Entertainment
Nun gilt es fortan wieder, sich über die altbekannte EAS hochzuspielen. Es gab einen Kommentar von Stefan 'otacon' Klopsch, Community Manager der ESL, in der Richtung, dass "trotzdem noch der Skill über EPS bzw. Platzierung in der EAS entscheidet". Skill, also Spielerfahrung oder Spielstärke, ganz wie man es definieren mag, soll also der entscheidende Faktor sein. Schaut man sich das System der EAS einmal an, stellt man ziemlich schnell fest, es handelt sich hierbei um eine ganz normale Ladder. Typisch für diesen Wettbewerbs-Typ in der ESL ist die Tatsache, dass man jederzeit Spiele absolvieren kann, es keinen festen Spielplan gibt. Gut, wöchentlich hat man eine Pflichtpartie, die man quasi verschieben kann, bis der sprichwörtliche Arzt kommt. Darüber hinaus können aber jederzeit mehr Duelle ausgetragen werden, wenn man ein Pendant findet, dass ebenso daran interessiert ist. Insofern sind die Aktivität und der Faktor Glück hinblicklich des Erhaschens zusätzlicher Gegner nicht weniger entscheidend, um an mehr Punkte und somit eine bessere Platzierung zu gelangen.

Ganz davon abgesehen, dass sich die Halbwertzeit der Teams immer weiter verkürzen wird. Aktuell müssen Mannschaftsgefüge in der EPS im Schnitt weniger als zehn Spiele lang halten, in der ersten Division der EAS sind es immerhin 15 Spieltage. Die aktiven Spieler werden immer mehr dazu verleitet, sich ihre Mitspieler nicht genau anzuschauen - es wird in der Folge wohl zu mehr Ausfällen von Teams kommen. Die erste Division war für Vereine immer eine sinnvolle Einrichtung. Man konnte sich die Teamgefüge der zweiten Division anschauen und sehen, welche Mannschaftskerne spielerisch wie menschlich eine EAS-Saison überstanden und erfolgreich in die erste Division einzogen. Somit fällt ein weiterer Anhaltspunkt weg, die Clubs haben noch weniger Chancen, bei Verpflichtungen ein Gefühl der Sicherheit zu haben. Beim aktuell eher amateurhaften Charakter hat wohl kaum ein Verein Geld, seine Spieler zu einem Bootcamp einzuladen und sich dort persönlich ein Bild zu machen. Vielmehr wird sich künftig eine Vielzahl einfach um die punktbesten Mannschaften der EAS streiten und die Zahl der leeren Versprechungen, die in der jüngeren Vergangenheit zurückzugehen schienen, wird wieder ansteigen. Bei diesem Schritt der ESL fehlt jegliche Nachhaltigkeit für Spieler und Clubs, sie kommt einzig Turtle Entertainment zugute - wenn überhaupt.
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rapt99r

18.11.2018

Ort: Wendlingen
Beiträge: 2151
# 1 - 29.09.2011 um 19:27 Uhr


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