Blog > wiLsoN 23.02.2012 um 15:32 Uhr
Über chronischen Helfermangel und Fusionen
Schaut man dieser Tage auf diverse Clanseiten oder ins ESL-Forum, stellt man fest, viele Konkurrenten kämpfen mit dem Problem, dass sie nicht genügend zuverlässige Helfer haben. Die Personen, die einst den eSport in Deutschland aus dem Boden stampften, arbeiten heute wohl größtenteils in Vollzeit, sind um die dreißig Jahre alt und vielleicht sogar junge Familienväter. Interessen ändern sich mit der Zeit, Prioritäten werden anders gesetzt.

Genau das stellt viele althergebrachte Clans vor die Tatsache, dass scheinbar vergleichsweise wenige Leute nachrücken, um in die – in den Verhältnissen des kleinen eSports – großen Fußstapfen derer zu treten, die sich aus dem operativen Geschäft ein wenig zurückziehen (wollen). Im Umkehrschluss führt dies dazu, dass viele kleinere Clans, Vereine oder wie auch immer man sein Hobby-Projekt (fortan Clan genannt) nennen möchte händeringend nach Helfern suchen. Die Nachfrage der "Großen" in der Szene ist ungebrochen, diese locken oftmals mit weitaus attraktiveren Angeboten; oftmals reicht der bekannte Name in der Szene, egal wie schlecht die Struktur im Hintergrund auch sein mag – darum machen sich erstaunlich viele selbsternannte Manager erstaunlich wenige Gedanken.

Hinzu kommt der Umstand, dass viele auch heute noch etwas ganz Eigenes aufbauen wollen, sich nicht in einen bestehenden Clan eingliedern möchten. Dies mag aus meiner Sicht bei solchen Leitern und Helfern verständlich sein, die ihren Clan seit einigen Jahren am Laufen halten. Allerdings erschließt sich mir der Sinn nicht immer bei Personen, die gänzlich allein, zu zweit oder vielleicht zu dritt versuchen mit deutlich besser strukturierten und personell besetzten Clans zu konkurrieren. Dies scheitert leider oftmals kläglich. Allzu viele Neugründer machen sich viel zu wenige Gedanken, bevor der öffentliche Startschuss des eigenen Clans fällt. Der erste Gedanke sind meist Teams – die bringen Unmengen Werbung! Natürlich ist es ebenso wichtig, massig Geld in eine einzigartige Homepage zu investieren. Der Eine oder Andere macht sich danach dann vielleicht doch einen Kopf, wie man so schön sagt, und stellt fest, dass eigentlich gar kein richtiges Konzept vorhanden ist. Scheitert man mit dem einen Namen, eröffnet man denselben Einheitsbrei unter anderer Flagge wieder - und es endet oftmals genauso.

Im Gegensatz dazu gibt es auch immer wieder Lichtblicke: Ab und zu gibt es sie immer noch, kleine Clans, die sich profilieren und mit gutem Konzept und gutem Teamsupport nicht völlig übernehmen. Das sind auch tendenziell diejenigen, die genug Weitblick besitzen um festzustellen, dass sie langfristig nicht gegen die eSport-Urgesteine und Werksteams ankommen werden und entschließen, sich einem anderen Clan anzuschließen, Kräfte zu bündeln und gemeinsam – vielleicht mit einer besseren finanziellen Basis – für das eine oder andere Ausrufezeichen sorgen zu können. Paradebeispiel für Clanfusionen ist und bleibt aus meiner Sicht die zwischen n!faculty und starComa im Jahre 2008 – gerade mit Öffnung des Vereinsheims in Köln. Doch es müssen nicht immer sogenannte Traditionsclans sein, die sich zusammenschließen. Gerade kleinere Clans mit wenigen Helfern sollten viel öfter über einen solchen Schritt nachdenken – insbesondere wenn die Konzepte der einzelnen sich grundsätzlich decken.

Am Ende stehen im Idealfall nur zufriedenere, weil entlastete und dadurch motiviertere Helfer und vielleicht ein wenig mehr gemeinsam erreichter Erfolg. Ich hoffe, das wird auch für teamKR gelten. Uns schloss sich dieser Tage ein anderer Clan an. Weitere Informationen hierzu findest Du in diesem Artikel.

Bin ich froh, dass wir über die Jahre eine so tolle, engagierte Truppe zusammengestellt haben. Danke an alle Helfer

Kommentare: 2
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nuclear

09.06.2017

Ort: -
Beiträge: 897
# 1 - 02.03.2012 um 15:04 Uhr

Sehr schöner Blog!
wiLsoN

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Ort: Dortmund
Beiträge: 7839
# 2 - 10.03.2012 um 22:32 Uhr

Danke


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